Tantra

Tantra ist eine in Indien entstandene esoterische Form des Hinduismus und später des Buddhismus.

Es geht um eine allgemeine Lebensart und -Weisheit. Dir Ursprünge des Tantra beginnen im 2. Jahrhundert........


Tantra ist ein Weg zur Selbsterkenntnis und bezieht jeden Aspekt des Lebens mit ein.

Tantra ist nicht primär Sex, leider wird es immer noch von vielen Menschen missverstanden. Aus tantrischer Sicht ist Sex eher heilig, spirituell, sexuelle Spiritualität. Aber das ist eine andere Geschichte ;o)

Der Mensch ist ein Miniuniversum und das Universum ein gigantischer lebendiger Körper. Der Kosmos gleicht einem großen Menschen und der Mensch gleicht einem kleinen Kosmos, sagen die Sufis.              - Kabir -

 

Osho sagt:

Tantra ist ein absolut revolutionäres Konzept - das älteste und das neueste zugleich. Tantra ist eine der ältesten Traditionen und dennoch völlig untraditionell, denn laut Tantra vergeudet man sein ganzes Leben, es sei denn, man wird heil und ganz - eins. Tantra sagt, dass man nicht in diesem gespaltenen Zustand bleiben darf. Man muss eins werden. Was tun, um eins zu werden? Du kannst unaufhörlich darüber nachdenken, aber das hilft Dir nichts, weil Denken eben genau der Vorgang ist, der Dich spaltet. Denken ist Analyse; es trennt die Dinge. Gefühle verbinden, vereinigen, stellen eine Synthese her. Also kann man bis ans Ende seiner Tage nachdenken, Bücher studieren und hin und her überlegen, ohne irgendetwas auszurichten, denn das Einzige, was einem hilft, ist in sein Gefühlszentrum zurückzufallen..................

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Sex kann zur Liebe werden, und solange das nicht geschehen ist, bleibt Sex eine entstellte Angelegenheit. Verurteile diese Entstellung, nicht den Sex! Liebe muss daraus erwachsen; Sex muss zur Liebe werden, und wenn das nicht geschieht, liegt es nicht am Sex, sondern an euch. Sex darf nicht einfach Sex bleiben - so sagt die tantrische Lehre. Sex muss in Liebe verwandelt werden. Und auch Liebe darf nicht einfach Liebe bleiben; sie muss in Licht, in meditative Erfahrung, in den letzten höchsten Gipfel mystischer Erkenntnis verwandelt werden ... Sex ist nur der erste Schritt, nicht der letzte. Aber wenn man versäumt, den ersten Schritt zu tun, versäumt man natürlich auch den letzten.

                                                                             OSHO/"Tantra, Spiritualität und Sex"

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Tantra nutzt die sexuelle Energie als Einstieg für die Entfaltung des spirituellen menschlichen Potentials. Aber Tantra geht weit über die heute praktizierten Turnübungen der üblichen Sexpraktiken hinaus. Denn Spiritualität und Sexualität, das haben buddhistische Mönche in Tibet, die ersten "Tantriker", vor 2000 Jahren herausgefunden, sind die beiden Seiten ein und derselben Energie, die für den inneren Transformationsprozess genutzt werden kann. "Wenn Du liebst, musst Du zu einem Niemand werden. Wenn Du ein Jemand bleibst, wird Dir die Liebe nicht geschehen. Wenn Du jemanden liebst, wenn auch nur für einen einzigen Augenblick lang die Liebe eintritt und zwischen zwei Menschen fließt, dann begegnen sich zwei Nicht-heiten, nicht zwei Menschen. "Wer je erfahren hat, was Liebe ist, der wird dies verstehen."

                                                                OSHO/"Tantra-Die höchste Einsicht"


Um die Bedeutung des Wortes "Tantra" nicht zu verwässern:

 

Das Wort "Tantra" kommt ursprünglich aus der Sprache Sanskrit......

"Sanskrit ist eine unsterbliche Sprache; ihre Stimme ist ewig; ihr Ruf geht durch die Jahrhunderte. In sie eingebettet ist die Grundlage aller Sprachen der Welt." - Sathya Sai Baba in "Sathya Sai Vahini" -

 

....... und bedeutet wörtlich übersetzt:

Gewebe; Zusammenhang; Kontinuum; System; Lehrbuch;

 

Außer vielen eher wissenschaftlich orientierten Schriften, die Tantra genannt werden, gibt es auch religiös orientierte Tantra-Traditionen, die sich sowohl im Kontext des Hinduismus als auch des Buddhismus entwickelt haben; neben dem Veda, den Upanishaden, den Puranas und der Bhagavadgita haben die tantrischen Texte große Bedeutsamkeit erlangt und es gibt wohl im heutigen Indien kaum einen Bereich religiösen Lebens, der von ihnen nicht beeinflußt worden wäre. (Im Osten stehen Religion und Lebensphilosophie nicht so weit voneinander entfernt).

 

Ein zentrales Thema dieser Schriften ist die göttliche Energie und Schöpfungskraft (Shakti), welche die jeweilige weibliche Form des Gottesaspektes als dessen Gemahlin darstellt, insbesondere als Gemahlin Shivas. Entsprechend Shivas verschiedenen segensreichen Formen nimmt auch die Shakti segensreiche Gestalten wie Maheshvari, Uma, Gauri oder andere wie Kali und Durga an.

Die tantrische spirituelle Praxis wird im Westen oft mit erotischen Praktiken in Verbindung gebracht; tatsächlich ist sie aber kaum etwas für Menschen, die nicht gewillt sind, sich einer  gewissen Disziplin hinzugeben. Zwei tantrische Richtungen haben sich herausgebildet:

 

1. Der  Weg des vamacara ("Linke-Hand-Weg"), der sich u. a. mit einer direkten Umformung der Sexualkräfte befaßt.

 

2. Der dakshinacara ("Rechte-Hand-Weg") mit einem läuternden Ritual und strenger spiritueller Disziplin, der die absolute Hingabe an die göttliche Mutter in ihren mannigfachen Formen fordert.

 

Die überlieferten Texte sind meistens in Form eines Dialoges zwischen Shiva, dem göttlichen Herrn, und seiner Shakti, der göttlichen Kraft, geschrieben. Es gibt aber auch tantrisch orientierte Schriften im Kontext der Vaishnava-Tradition.

Die tantrischen Traditionen wollen den Menschen zu göttlicher Vollkommenheit erheben, indem sie deutlich machen, daß er ein Mikrokosmos ist, in dem alle göttlichen Kräfte wohnen; diese können durch besondere Riten und Meditationen erweckt werden.

- Quelle: Sanskrit-Übersetzung - Sathya Sai Vereinigung e.V. -

 

Namasté!